THEATER ZWISCHEN FREIER WILDBAHN UND STÄDTISCHER INSTITUTION

EINFACHHEIT & LUST & FREIHEIT. BUCHTIPP!

AUS DEM VORWORT: Freies Theater – so einfach, klar und programmatisch war der Titel eines schmalen rororo-Taschenbuchs, das vor genau dreißig Jahren herausgekommen ist. Zum ersten Mal wurde damit im deutschsprachigen Raum eine grundlegende Standortbestimmung des „Freien Theaters“ versucht …  Das „Freie Theater“ in seiner Gründerzeit verhielt sich zum Staatstheater wie die APO zum Parlament. Noch kein Hauch ist zu spüren vom heutigen „Post“-Zeitalter der Postmoderne und Postdramatik, stattdessen herrscht der hoffnungsvolle Geist des „Prä“ im Sinne von Ernst Blochs „Vorschein“ einer besseren Welt, als deren theatrale Abgesandte aus der Zukunft man in die kalte Welt des Spätkapitalismus geschickt war, der schon längst zur Makulatur erklärt worden war. … Die freie Wildbahn war als Schocktheater in den Institutionen angekommen, die Freie Szene hat sich gleichzeitig den schützenden Mantel der institutionellen Förderung umgelegt und dabei mit Jammern und Klagen darüber nicht gegeizt, dass ihre kargen Behausungen auf der freien Wildbahn wesentlich weniger Subvention erhalten als die Prunkschlösser der Staatstheater. … Heute, im Jahre 2011, macht der Rückblick vor allem eines klar: Das Verhältnis von Staatstheater und Freier Szene lässt sich nicht mehr in Kategorien von Rückschritt und Fortschritt, Establishment und Opposition oder Hase und Igel beschreiben. Tatsächlich haben wir es mit zwei parallelen Theater-Institutionen mit unterschiedlichen, aber klar definierten Spielregeln zu tun. Sie funktionieren unabhängig voneinander und besitzen gelegentliche Schnittmengen wie ein S-Bahn- und ein U- Bahn-System in einer Großstadt.

AUS DEM INHALT: Das erste Kapitel überprüft unter der Fragestellung „Wie flurbereinigt man eine Kultur-Landschaft?“ die Koordinaten der kulturpolitischen Positionierung von Stadttheater und Freier Szene: Till Briegleb, langjähriger Theaterkritiker der Süddeutschen Zeitung, hält ein entschiedenes Plädoyer gegen Monokultur, Christian Holtzhauer, Dramaturg am Schauspiel Stuttgart und zuvor in der Freien Szene Berlins unterwegs, berichtet anhand einer Staatstheater-Reise mit dem „Orient-Express“, was man von der Freie Szene lernen kann. Im zweiten Kapitel kommen die Künstler selbst zu Wort und geben ihre unterschiedlichen Antworten auf die Frage: „Was brauchen glückliche Produzenten?“ Das dritte Kapitel landet mit der Fragestellung „Experiment: Kür oder Pflicht?“ im Theaterhaus Jena, das bekanntlich das einzige Theater Deutschlands ist, dessen Leistungsauftrag experimentelles Arbeiten lautet.

Herausgegeben von Christin Bahnert, Armin Kerber
Preis EUR 14,00 / ISBN 978-3-942449-30-4

WEITERE INFORMATIONEN UND BESTELLUNG [ Quelle: theater der zeit ]

 

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