10 JAHRE D.A.S. JUGENDTHEATER IM STELLWERK WEIMAR – EINE JUBILÄUMSFEIER

Die Bahnhofshalle Weimar. Eigentlich ein Ort, den der potentielle Bahnfahrer nur flüchtig bedenkt, der schnell durchlaufen wird. Doch am vergangenen Freitag den 13. April, war dies ein Ort festlicher Reden, musikalischer Einschübe und theatraler Performance.
Das D.A.S. Jugendtheater im Stellwerk Weimar feierte sein zehnjähriges Jubiläum und das nicht ganz unbemerkt. Geladene Gäste und verweilende Bahnreisende versammelten sich mitten in der Bahnhofshalle vor einer Bühne und verfolgten gebannt den Festakt.

Nach der offiziellen Begrüßung durch Kathrin Schremb – der Geschäftsführerin und Motorin des jungen Theaters – spielte die eigens für die Jubiläumsfeier gegründete Stellwerkband. Es folgten die ersten fünf von zehn geplanten (zeitlich limitierten) festlichen Reden. Jedem Redner, Wegbegleiter der letzten zehn Jahre, war im Vorfeld ein Begriff zugespielt worden, den die Stellwerker mit sich in Verbindung bringen:

Spannung-Mut-Momente-Leidenschaft-Potential-Schweiß-Sinne-Experimente-Kraft-V!sionen

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Den Anfang machte der Oberbürgermeister der Stadt Weimar Stefan Wolf. Er beschrieb die Stellwerker als „Ein Jugendtheater, welches uns zehn Jahre gezeigt hat, Visonen wahr werden zu lassen.“ und erntete damit viel Applaus. Auch Frau Grützmacher und Frau Stelzer, Mitarbeiterinnen des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur wurde Zustimmung zuteil, als sie ihren Begriff der Spannung mit der Spannung auf die weitere Zukunft und Entwicklung des Theaters, aber auch darauf bezogen, dass eine Spannung auch die finanziellen Unsicherheiten beschreibt. Der Regionalchef der deutschen Bahn Michael Müer, ein Weggefährte der Anfangszeit, zitierte Goethe und versicherte die Idee zumTheater im stellwerk (deim ersten und einzigen Theater in einem Bahnhof in Deutschland) habe auch ihm den Mut gegeben, bei Turbulenzen durchzuhalten. Herr Carstens von den Weimarer Wohnstätten erkannte einen neuen Sinn der physikalischen Kraftformel:   F=m*a beschreibe die „Masse von Menschen, der wir bewegen können, wenn wir was Vernünftiges machen“ und lobte so die Arbeit des Jugendtheaters auch als eine Stätte in der sich die Stellwerker wohlfühlen können. Und Frau Egli, Vertreterin der Kulturdirektion rät: „Vertraut zuerst euren eigenen Sinnen.“, „Seid eigensinnig!“.

Nach einer weiteren musikalischen Einlage der Stellwerk-Band kamen die letzten fünf Redner zu Wort.

Herr Kolling vom Amt für Familie und Soziales lobte und dankte buchstäblich anhand seines Begriffes Potential. Zwei Vertreter des Arbeitsbereiches freie Künste des Jugendtheaters, Steffi Heiner und Lucian Patermann sprachen nicht nur über ihren Begriff, sondern experimentierten und ließen experimentieren und gaben damit einen kurzweiligen Einblick in ihre inspirierende Arbeit im Stellwerk. Der Geschäftsführer des Thüringer Theaterverbandes Mathias Baier beschrieb die 10jährige Schweißarbeit des Jugendtheaters wie folgt:
„… Und so haben sie Schweißhunden gleich eine Schweißfährte aufgenommen, haben im Schweiße ihres Angesichts Hand und Handschweiß angelegt um damit Klinken zu putzen – denn steter Schweißtropfen erweicht letztlich auch die kulturpolitische Förderhand. So riskieren sie bis heute täglich Schweißflecken, verschleißen Schweißbänder und legen sich so richtig ins Zeug im schweißtreibenden Kampf für das tägliche Wohl des Jugendtheaters im Stellwerk. Mit Schweiß erbaut und mit Schweiß am Leben erhalten kann wohl nichts so eng zusammenschweißen, wie ein immer wieder junges Theater, eines wie DAS Jugendtheater im Stellwerk Weimar.  …“
Uta Homberg, die Geschäftsführerin der LAG Spiel und Theater, erinnerte sich an wundervolle Momente gemeinsam mit dem Jugendtheater, vorallem bei ihrem Projekt Utopia. Zuletzt zeigte das Stellwerk selbst, in Person von Regine Heintzes, einem Gründungsmitglied, ihre Leidenschaft. Sie schloss den Block der Reden mit den Worten „Das Stellwerk ist einfach ein geiler Ort“.

Eine offene Bühne für weitere Danksagungen, Präsente und Kommentare wurde anschließend reichlich genutzt. Mit einer providorischen Bahnhofsperformance endete der Festakt. Die Performancekünstler leitetenden die Gäste nun zur offenen Feier in das Stellwerk. Hier erwarteten die Besucher weitere kleine Präsentationen zu aktuellen Stücken und vor allem Sekt, Kuchen und ein gutes Gefühl von der täglichen Freude des jungen Theaters im Stellwerk.

[Imke Bachmann]

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