Karsten Wenzlaff im Gespräch: Die Crowdinvesting-Conference beschäftigt sich mit der Zukunft des Crowdfunding

Kulturmanagement Blog

The Future of Crowdfunding

Crowdfunding hat in den letzten zwei Jahren einen enormen Aufschwung erlebt, viele Kulturbetriebe und KünstlerInnen haben damit erste Erfahrungen sammeln können, nicht wenige konnten auf diese Weise ihre Vorhaben (teil)finanzieren. Wenn wir die Entwicklungen in den USA und bei uns vergleichen, erkennen wir recht schnell, dass hier gewaltige Unterschiede bestehen. Vor allem die Zahlen der weltweit größten Crowdfunding-Plattform Kickstarter zeigen, welches Potenzial im Crowdfunding steckt.

Aber natürlich stellt sich die Frage, ob wir Amerika so einfach nacheifern können und wollen, zu unterschiedlich sind die Systeme, was etwa die Finanzierung von Kunst und Kultur betrifft. Aber wir können viel voneinander lernen und müssen dabei gar nicht immer nach Amerika schauen. Oft ist auch schon der Blick in andere europäische Länder sehr interessant. Diesen Blick über die Grenzen ermöglicht die Crowdinvesting-Conference, die am 17. April in Berlin stattfinden wird. Veranstalter ist ikosom, das Institut für Kommunikation in sozialen Medien, das…

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2 Kommentare

  1. Ich stehe Crowdfunding sehr kritisch gegenüber. Mir kommt es so vor, als würden wir durch Crowdfunding in der Kultur den Staat/das Land/die Stadt aus ihrer Verantwortung entlassen, Kultur zu fördern und sich über Etats und Gelder Gedanken zu machen. Auch finde ich es problematisch, dass man sich als Kulturschaffender auf einmal mit Marketing befassen muss, um Leute zum Crowdfunding zu bewegen. Und ich finde es – gerade für Theaterleute – wahnsinnig schwierig, sich einen „Mehrwert“ als „Dankeschön“ für Spender auszudenken.

    Wenn man als Rockband ein Album produzieren will, wenn man als Autor ein Buch drucken lassen will, dann mag Crowdfunding ja noch einigermaßen funktionieren, weil man am Schluss ein Produkt hat, dass man verwerten kann. Aber bei Theater-Aufführungen klappt das ja nicht, weil eine Aufführung normalerweise mehr kostet, als sie einspielt.

  2. Ja, Sören, ich empfinde es auch als Problem, dass künstlerische Vorhaben zunehmend den Gesetzen einer Marktwirtschaft ausgesetzt sind, in der man seine Inhalte je nach Förderungsmodell an bestimmte Trends (Performance statt Sprechtheater), Botschaften (wahlweise gegen den Nationalsozialismus oder soziale Ausgrenzung) oder einfach monetäre Profitaussichten anzupassen hat. Generell finde ich Crowdfunding als Finanzierungsoption sinnvoll, wenn man ein sowieso ein Projekt plant, das Aussichten hat, auf diesem Wege finanziert zu werden. Ich finde es aber schwierig, wenn Künstler sich nicht mehr in erster Linie fragen, was sie ausdrücken und erzählen wollen, was sie treibt und was ihnen entspricht, sondern sich auf die Frage konzentrieren, wofür es Geld gibt und im Grunde agieren wie ein beliebiger Dienstleister, der sich einfach der Nachfrage anpasst. Die Kunst in der Kunst besteht schließlich auch darin, auf ein Verbiegen in gewisser Weise zu verzichten – zumindest jenseits von reinen Auftragsprojekten.

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