WILDWECHSEL AUFTAKT: Die Superguten Tage

„Na klar heißt das, dass ich jetzt alles kann.“

Wo die eigenen Grenzen liegen, ist meist nur eine Frage der Wahrnehmung. Das gilt auch für den Protagonisten des Theaterstückes „SUPERGUTE TAGE oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“. Das Werk erzählt die Geschichte von Christopher, einem 15-jährigen autistischen Jungen. Christopher mag Zahlen, Maschinen, den Weltraum aber keine Menschen. Vor allem dann nicht, wenn sie ihn berühren wollen. Einer der wenigen Menschen die ihn anfassen dürfen, ist sein Vater. Entgegen dessen Willen nimmt Christopher die Ermittlungen im Fall des getöteten „Nachbarshund“ auf und stößt dabei nicht nur auf die Lösung, sondern auch auf ein paar entscheidende Details zum komplizierten Verhältnis seiner Eltern. Aus diesen Erkenntnissen resultieren die einen oder anderen psychischen Aussetzer und ein wagemutiger Reiseentschluss.

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[foto: david baltzer / http://www.bildbuehne.de]
Was zunächst als Kriminalgeschichte daher kommt, entpuppt sich im Laufe des Stückes als klassische Familientragödie. Die Spiegelung der Geistes- und Stimmungslage von Christopher ist besonders gut gelungen. Dies schafft die Inszenierung sowohl mithilfe des dynamischen Bühnenbildes und der Beleuchtung, als auch mit schnörkellosen, präzisen Dialogen und dem tollen Darsteller des Jungen. Obwohl auch Längen als Stilmittel eingesetzt werden, hat das Spiel eine hohe Geschwindigkeit. Zeitsprünge werden nicht herausgestellt, was zuweilen leicht verwirrt. Doch so sorgt die Inszenierung dafür, dass über fast einundeinhalb Stunden zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt. Da neben den Hauptrollen auch zahlreiche kurzweilige Nebenrollen und Statisten mit von der Partie sind, kommt es natürlich zu Mehrfachbesetzungen. Diese verlieren aber dank der guten Kostüme und der acht sehr professionellen Schauspieler nicht an Glaubwürdigkeit.

Das Auftaktstück des Wildwechsel-Festivals vom Grips Theater aus Berlin, bietet Einblick in eine andere Realität.  Das Werk des Ensembles ist schnell, witzig und überzeugte nicht allein die Jury.

[felix schölzel]

 

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