Wildwechsel IV- Die Räuber

Wie sich der eigene Weltschmerz, die Auflehnung gegen das System und einen Klassiker von Friedrich Schiller  verschmelzen und auf eine Bühne bringen lassen, zeigt uns das stellwerk, das junge Theater aus Weimar. Die Gastgeber-Inszenierung „Die Räuber“ ist eine Adaption des zeitlosen Dramas um Karl Moor und seiner Räuberbande.

Die Räuber 37 Foto_Henry Sowinski
[foto: henry sowinski]
Der junge Student Karl wird, aufgrund eines (von seinem Bruder Franz) gefälschten Briefes von seinem Vater verstoßen und enterbt. Tief verletzt und zornig rauft er sich mit einigen Kumpanen zusammen und gründet eine Räuberbande, welche das korrupte Schweinesystem zu Fall bringen will. Währenddessen verbreitet sein Bruder Franz die falsche Kunde von Karls Tod und sorgt so dafür, dass er selbst in der Thronfolge nachrückt. Doch hat er es nicht nur auf den Thron, sondern auch auf Karls Geliebte Amalia abgesehen, welche er vergebens umwirbt. Als Karl verkleidet nach Hause zurückkehrt und erfährt, dass seine Gräfin ihn immer noch liebt, befindet er sich in einer Zwickmühle. Mit seinem Blut hat er geschworen, der Räuberbande auf ewig Hauptmann zu sein.

Die Neuauflage der jungen Theatergruppe steckt voller Humor und frischer Ideen. Im Dialog wird sowohl mit Witz als auch mit dem nötigen Ernst gearbeitet, um Spannung zu erzeugen. Und die jungen Schauspieler setzen beide Elemente beinahe mühelos ein. Neben modernen Neuinterpretationen sind auch Einflüsse aus dem Superhelden-Genre, partizipierende Elemente und ein Videoclip in die Inszenierung integriert. Bis auf wenige nicht ganz überzeugende Momente, ist die Atmosphäre der Inszenierung stimmig und ihre Charaktere vermitteln Authentizität. Das Bühnenbild ist äußerst aufwendig gestaltet, wirkt jedoch ein wenig überfüllt. Man gewinnt den Eindruck, dass die sechs jungen Darsteller mehr Platz auf der Bühne hätten gebrauchen können.

Insgesamt handelt sich um eine tolle Interpretation eines Schiller Klassikers.

[felix schölzel]

 

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