Rückblick II – 22. Treff: Junges Theater – be | hei | ma | ten

Das perfomative Stück „be | hei | ma | ten“ vom stellwerk- junges theater weimar ist eine interaktive Suche nach dem Inhalt und Ursprung des Begriffes „Heimat“.

Die zentrale Frage, die dich nach Betrachtung dieser Darbietung ergibt lautet: Ist das noch Theater?

[marius luhn]
Um diese Frage drehten sich auch die Inszenierungsgespräche nach der Aufführung. Traditionelles Theater jedenfalls nicht. Da sind sich fast alle einig. Die drei Akteure konzipierten eine Bühne, welche in verschiedene Stationen unterteil wird. Wie man das aus der Schule kennt, werden aus dem großen Publikum, kleinere Arbeitsgruppen gebildet, mit denen man die einzelnen Stationen besucht. Während die eine Gruppe sich bspw. in der Küche zum Pizza backen aufhielt, tauschte sich eine andere Gruppe im nachgestellten „Kinderzimmer“ über früheste Erinnerungen aus. Zwischen dem stationären „Arbeiten“, findet man sich wieder als große Gruppe zusammen und lauscht den Beiträgen der Schauspieler. Diese bestehen aus Geschichten, Erinnerungen, Tagebucheinträgen und Anekdoten aus der Kindheit oder Jugend, wobei man nie so richtig weiß, ob der jeweilige Darsteller gerade in eine Rolle geschlüpft ist oder aus dem eigenen Nähkästchen plaudert.

Die Inszenierung mündet in einem gemeinsamen Essen. Die Akteure und das Publikum setzen sich an einen großen Tisch und in lockeren, ungezwungenen Gesprächen vergisst man völlig, dass man sich gerade auf der Bühne befindet und das Stück noch läuft. Man unterhält sich über Eindrücke aus der Aufführung, Erinnerungen oder über ganz andere Dinge. Und das ist vermutlich genau der Effekt und der Moment, den die drei Darsteller bewirken bzw. erzeugen wollten.

Die Zusammenführung theatraler Momente und persönlicher Eindrücke und Gedanken von Darstellern und Publikum ergeben eine außerordentliche Performance. Und vor allem transportieren sie bestimmte Gefühle. Nämlich die der Intimität, der Vertrautheit, der Geselligkeit. So schaffen es die drei jungen Damen, dass man sich als Zuschauer ein Stück weit beheimatet fühlt.

[felix schölzel]

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